70-jähriger Flachgauer stürzt vom Steinerne-Jäger-Steig am Hochstaufen tödlich ab

Acht Gerettete: Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf Anger bei neun weiteren Einsätzen gefordert

BAD REICHENHALL/NONN – Ein 70-jähriger Bergsteiger aus dem Salzburger Flachgau ist am Mittwoch vom Steinerne-Jäger-Steig rund 40 Meter tief in Richtung Stern tödlich abgestürzt; obwohl der Notarzt des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ nur wenige Minuten nach der Alarmierung beim Patienten war, konnte er nur noch den Tod feststellen. Einsatzkräfte der Reichenhaller Bergwacht bargen den Verstorbenen zusammen mit der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der Polizei und der Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 6“. Darüber hinaus war die Bergwacht während der letzten Tage bei neun weiteren Einsätzen gefordert und hat dabei acht Menschen gerettet.

Ein weiterer Bergsteiger hatte den Abgestürzten gegen 13 Uhr in rund 1.430 Höhenmetern unterhalb des alpinen Steigs auf Höhe des so genannten Sterns entdeckt und den Notruf gewählt, der zunächst in Österreich ankam und dann an die regional zuständige Leitstelle Traunstein weitergeleitet wurde, die daraufhin sofort die Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ alarmierte. Die Heli-Besatzung fand die Einsatzstelle im Anflug von Traunstein und setzte ihren Notarzt per Winde ab, der aber nichts mehr für den 70-Jährigen tun konnte. „Christoph 14“ und „Edelweiß 6“ brachten dann zwei Reichenhaller Bergretter und zwei Polizeibergführer an die Unfallstelle, die den Unfall aufnahmen und den Toten bargen, so dass ihn der Heli mit der Winde aufnehmen und zum Tallandeplatz am Flatscherreindl im Nonner Unterland fliegen konnte. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass der Mann ohne Fremdverschulden abgestürzt ist, wobei die Ermittlungen aber noch andauern. Insgesamt waren fünf ehrenamtliche Bergretter, drei AEG-Beamte der Grenzpolizei Piding und die beiden Helis rund drei Stunden lang im Einsatz.

Am Mittwochabend (30. September) wählte gegen 19 Uhr eine erschöpfte 52-jährige Wanderin aus Mecklenburg-Vorpommern den Notruf, da sie sich in der einsetzenden Dunkelheit beim Abstieg über den Waxriessteig vom Predigtstuhl südlich rund 100 Höhenmeter oberhalb des Brandkopfs nicht mehr weitertraute. „Christoph 14“ und ein Reichenhaller Bergretter fanden die Unverletzte, nahmen sie im letzten Tageslicht mit der Winde auf und flogen sie ins Tal; von dort aus brachte sie die Bergwacht zu ihrer Urlaubsunterkunft zurück. Insgesamt waren sieben Bergretter für eine mögliche bodengebundene Rettung rund eineinhalb Stunden im Einsatz.

Am Sonntagabend (27. September) ging gegen 18 Uhr ein Notruf vom Wachterlsteig auf der Reiter Alpe ein, wo in rund 1.270 Höhenmetern eine 71-jährige Hamburgerin im Abstieg gestürzt und rund 15 Meter durch eine steile Rinne abgerutscht war, wobei sie sich an der Schulter verletzt hatte. Die Besatzung von „Edelweiß 6“ hatte gerade einen Einsatz in Ruhpolding abgeschlossen und flog voll betankt und mit dem Bergwacht-Notarzt direkt weiter zum Landeplatz der Wehrtechnischen Dienststelle Oberjettenberg, wo ein Reichenhaller Bergretter zustieg, den der Heli dann zusammen mit dem Arzt per Winde bei der Frau absetzte. Nach Erstversorgung wurde sie im Rettungssitz per Winde aufgenommen und im letzten Tageslicht direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall geflogen. Der Begleiter der Frau konnte mit den beiden Ersthelfern selbst ins Tal absteigen. Zehn Bergretter waren gute eineinhalb Stunden im Einsatz. Bereits gegen 12 Uhr wurde über Notruf im Lattengebirge zwischen Keilkopf und Mottkopf ein weißer Gegenstand gemeldet, der sich bei der Abklärung durch die Bergwacht nicht wie vom Anrufer vermutet als abgestürzter Gleitschirm, sondern als das Teufelsloch entpuppte. Am frühen Samstagnachmittag (26. September) ging gegen 13.20 Uhr ein Notruf vom Steig zwischen Dötzenkopf und Spechtenköpfen ein, wo sich in rund 1.000 Höhenmetern an der Abzweigung zu den Spechtenköpfen nordwestlich des Rachlbodens ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Freising sehr schmerzhaft am Fuß verletzt hatte. Der Notarzt von „Christoph 14“ und zwei Bergretter versorgten ihn, lagerten ihn in den Luftrettungssack um und brachten ihn rund 30 Meter aus dem dichten Bergwald auf eine kleine Lichtung, wo ihn der Heli mit der Winde aufnehmen und dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall fliegen konnte. Insgesamt waren fünf Bergretter im Einsatz.

Am frühen Freitagnachmittag (25. September) ging gegen 14 Uhr bei der Leitstelle Traunstein ein Notruf wegen eines Steinschlags mit zwei zum Teil schwer Verletzten und insgesamt vier betroffenen Bergsteigern in der Steinernen Rinne am Predigtstuhl ein, woraufhin die Besatzung von „Christoph 14“ das Gebiet zwischen Alpgarten und Waxries am Predigtstuhl im Lattengebirge mit einem ortskundigen Reichenhaller Bergretter absuchte und die Reichenhaller und die Freilassinger Bergwacht sich mit 14 Einsatzkräften auf eine größere Rettungsaktion vorbereiteten. Im weiteren Verlauf konnte dann nach rund 20 Minuten ermittelt werden, dass es sich um den rund 44 Kilometer weiter westlich gelegenen und etwa 500 Meter höheren Predigtstuhl im Wilden Kaiser in Tirol handelt, der zusammen mit der weltbekannten Fleischbank die spektakuläre Kulisse der Steinernen Rinne bildet; ein ehemaliges Gletscherkar, das als steiler, geröllerfüllter Felsschlauch hinauf zum Ellmauer Tor zieht – umrahmt von bis zu 400 Meter hohen, senkrechten Felswänden. Bereits kurz nach 11 Uhr mussten acht Ehrenamtliche der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger zusammen mit der Reichenhaller Notärztin auf den Steig von der Staufenbrücke zum Fuderbeuberg ausrücken, wo im unteren Abschnitt eine 37-Jährige aus dem mittleren Landkreis nach rund zehn Gehminuten auf einer Wurzel ausgerutscht war und sich sehr schmerzhaft am Arm verletzt hatte. Die Retter versorgten sie notärztlich, brachten sie mit der Rad-Trage zur befestigten Straße und dann mit einem Rettungswagen des Reichenhaller Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

Am frühen Mittwochnachmittag (23. September) brauchte gegen 14 Uhr ein 65-jähriger Wanderer aus dem Landkreis Traunstein Hilfe, der im Abstieg vom Hochstaufen oberhalb des Bayerischen Stiegls auf den Kopf gestürzt war. Ersthelfer brachten ihn in Richtung der Forststraße oberhalb der Steiner Alm, wo ihn die sechs Ehrenamtlichen der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing übernehmen, versorgen und dann nach Aufham ins Tal fahren konnten; von dort aus gings dann mit dem Rettungswagen des Freilassinger Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Der Einsatz dauerte gute zwei Stunden. Am Samstagabend (19. September) hatten sich zwei 22 und 31 Jahre alte Oberpfälzer mit ihrem Hund am Fuderheuberg in der Dunkelheit verstiegen und dann gegen 22 Uhr den Notruf gewählt. Acht Ehrenamtliche der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger rückten aus, fanden die Frau und den Mann und brachten sie sicher ins Tal, wobei der Einsatz gute vier Stunden dauerte. Am Mittwochmorgen (16. September) musste „Christoph 14“ gegen 8.30 Uhr zum Reichenhaller Haus am Hochstaufen fliegen und einen 60-Jährigen aus dem Landkreis Rosenheim zur Kreisklinik Bad Reichenhall transportieren, da er mit einer Fußverletzung vom Vortag selbst nicht mehr absteigen konnte.