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12.05.2023 Bergwacht und Feuerwehr üben gemeinsamBad Reichenhall (mg):

Die Reichenhaller Bergretter haben zusammen mit den Reichenhaller Florianijüngern nach dreijähriger Pandemiepause wieder das vom Reichenhaller Bergretter entwickelte „Drehleiterseilzugsystem“ geübt. Die Coronapandemie hatte auch erhebliche Auswirkungen auf die Aus- und Fortbildungen der Rettungsorganisationen. Viele Übungen waren wegen der Kontaktbeschränkungen und Ansteckungsgefahr schlichtweg nicht möglich. Hier wird nun viel nachgeholt und die vielen Teilnehmer zeigen, wie groß der Bedarf und das Interesse an diesen Übungen ist. Am vergangenen Freitagabend trafen sich 17 Bergretter und vier Feuerwehrler aus Bad Reichenhall, um das von Hans Lohwieser vor vielen Jahren entwickelte „Drehleiterseilzugsystem“ zu üben. Dabei kann mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr ein Verletzter aus tiefen Schluchten oder hohen, oben offenen Behältern gerettet werden. Einzige Voraussetzung, das Drehleiterfahrzeug muss bis auf 15 Meter an die Unfallstelle heranfahren können, denn so weit kann die Drehleiter horizontal mit einer Belastung von drei Personen ausgefahren werden. Die wichtigste Einsatzkraft der Bergretter ist die im Leiterkorb, von hier wird die Rettungsaktion koordiniert. Das ist selbst für die versiertesten Bergsteiger ein ungewohntes Terrain, wackelnd und schaukelnd, zig Meter über dem Abgrund zu stehen, statt Fels und Schnee unter den Füßen zu haben. Über ein 200m Statikseil wird der Bergretter von seinen Kameraden am Leiterfuß gesichert und über eine Umlenkung am Leiterkorb max. 170m in die Tiefe abgelassen. Sobald der Bergretter mit Patient herauf geholt werden kann, fährt der Maschinist die Drehleiter aus und hebt sie zugleich an, sodass Bergretter und Patient immer über der Einsatzstelle schwebend nach oben gezogen werden. Dabei ist das Sicherungsseil über Rücklaufsperren arretiert. Ist die Drehleiter komplett ausgefahren wird sie wieder eingefahren, und das Sicherungsseil kann am Leiterfuß mühelos eingezogen werden. Dieses Prozedere wird so lange wiederholt, bis Patient und Bergretter gefahrlos am Drehleiterfahrzeug ankommen. Eine besondere Herausforderung ist die Bedienung der Drehleiter für den Maschinisten, der keinen Blickkontakt zu den am Seil der Bergwacht hängenden Personen hat. Hier erfolgt die Einweisung des Maschinisten über den Bergretter im Leiterkorb und die Überwachungstechnik der Drehleiter. Deshalb muss das Drehleiterseilzugsystem auch immer von den Maschinisten der Feuerwehr Bad Reichenhall geübt werden. Nach der Entwicklung des Drehleiterseilzugsystems waren die Reichenhaller Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bergwacht über mehrere Jahre regelmäßig damit gefordert. Die Einsatzhäufigkeit ließ in den letzten Jahren jedoch erheblich nach, umso wichtiger sind wieder Übungen dazu. Nach mehreren Übungsdurchläufen, bei denen die Bergretter die unterschiedlichen Funktionen des Systems innehatten und sich die Maschinisten der Feuerwehr abwechselten, war die Übung nach über 2 Stunden beendet und alle Teilnehmer fuhren zurück in ihre Wachen. Resümee der Übung: sie ist wichtig, sie war gut und sie wird in Zukunft wieder regelmäßig wiederholt.


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