🚹15/16.08.2021 NĂ€chtlicher Einsatz bei Wind und Wetter

Erschöpfter Wanderer gerÀt wÀhrend des Gewitters am Mittelstaufen-Steig in Bergnot


BAD REICHENHALL/KARLSTEIN – Der Wirt des Reichenhaller Hauses am Hochstaufen und die Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing haben in der Nacht von Sonntag auf Montag einen 53-jĂ€hrigen Wanderer aus dem Berchtesgadener Land gerettet, der auf der Überschreitung vom Zennokopf zum Mittelstaufen erschöpft und vom Gewitter ĂŒberrascht in Bergnot geraten war.

Der Mann war am Sonntagmittag gegen 12.30 Uhr bei hochsommerlichen Temperaturen am Nonner Kircherl zu seiner ausgedehnten Bergtour gestartet und zunĂ€chst ĂŒber die Bartlmahd, dann den querverlaufenden Blausteig zur Zwieselalm und von dort aus weiter zum Zennokopf aufgestiegen. Über den alpinen Mittelstaufen-Steig entlang des Grats wollte er weiter zum Mittelstaufen, wobei er erschöpft nur sehr langsam vorankam und dann gegen 18.30 Uhr vom heftigen Gewitter ĂŒberrascht wurde. DurchnĂ€sst, frierend, erschöpft und im durch den Regen rutschigen, ausgesetzten Steig kam er nicht mehr weiter und setzte deshalb gegen 19.30 Uhr einen Notruf ab.

Der Einsatzleiter informierte den HĂŒttenwirt des Reichenhaller Hauses, der gerade seinen 50. Geburtstag feierte, sich aber dennoch sofort auf die Suche nach dem 53-JĂ€hrigen machte. Die fĂŒr den 53-JĂ€hrigen angeforderte Besatzung des MĂŒnchner Polizeihubschraubers ĂŒbernahm vor Ort in Piding einen dringenderen Notarzt-Einsatz fĂŒr die Bergrettung Grödig und einen Patienten mit einer mutmaßlichen Wildbeeren-Vergiftung am Zeppezauerhaus (Untersberg), musste aber wegen des heftigen Unwetters und der einsetzenden Dunkelheit den Anflug abbrechen und zum Standort am MĂŒnchner Flughafen zurĂŒckkehren. Weitere nĂ€chtliche RettungsflĂŒge durch den Polizei-Heli oder den MĂŒnchner Intensivtransporthubschrauber mit einer Landung am Mittelstaufen oder am Reichenhaller Haus waren bedingt durch den böigen Wind am Grat zu riskant, zumal der Mann weder schwer verletzt noch lebensgefĂ€hrlich erkrankt war.

WĂ€hrend vier Bergretter mit umfangreicher AusrĂŒstung von der Nordseite ĂŒber die Arzkasten und das Staufenkar in Richtung der vermuteten Einsatzstelle aufstiegen, erreichte der Staufenwirt den Mann, leistete Erste Hilfe und machte sich mit ihm auf den Weg zum Mittelstaufen-Gipfel, wo er rund eine Stunde spĂ€ter gegen 22.45 Uhr mit der Bergwacht zusammentraf. Die EinsatzkrĂ€fte brachten den 53-JĂ€hrigen seilgesichert ĂŒber die Steilstufe hinab zum Normalweg auf der SĂŒdseite des Bergs und wegen der angekĂŒndigten weiteren starken RegenfĂ€lle hinĂŒber zum Reichenhaller Haus, wo er gegen Mitternacht eintraf und bis zum nĂ€chsten Morgen einquartiert wurde. Weitere vier Bergretter waren mit einer Trage, Material zum WĂ€rmeerhalt und zur Seilsicherung ĂŒber den Normalweg auf der Nordseite aufgestiegen, mussten aber nicht mehr eingreifen, da der in Bergnot Geratende zwar langsam, aber noch aus eigener Kraft vorankam.

Die Wirtsleute versorgten ihn und die Bergretter mit Brotzeit und GetrĂ€nken, wobei drei EinsatzkrĂ€fte mit ĂŒbernachteten und dann am nĂ€chsten Morgen von 7.30 bis 9.30 Uhr mit dem mittlerweile wieder gut erholten Wanderer abstiegen und bis 10.30 Uhr gefordert waren. Die restlichen Retter waren bereits in der Nacht wieder ins Tal zurĂŒckgekehrt, hatten aber die Trage und zusĂ€tzliche AusrĂŒstung vorsorglich auf der HĂŒtte gelassen. Elf Sportler des Turn- und Sportvereins (TSV) Unken und ein Reichenhaller Bergretter waren privat am Hochstaufen und brachten dann unter vereinten KrĂ€ften die Trage und weitere umfangreiche AusrĂŒstung der Bergwacht ĂŒber den Normalweg zurĂŒck ins Tal.


Wir bedanken uns beim TSV Unken fĂŒr die tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung des Materialtransports ins Tal !



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