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  • Bergwacht Reichenhall

🚹29.11.2020: 57-JĂ€hrige rutscht auf eisigem Weg am Zwiesel aus und bricht sich den Unterarm

Ersthelfer steigen mit der Verunfallten zunĂ€chst noch zur Zwieselalm ab – wegen Kreislaufproblemen weiterer Abtransport per Gebirgstrage

BAD REICHENHALL/KARLSTEIN – Eine 57-JĂ€hrige aus dem nördlichen Landkreis ist am Sonntagnachmittag rund 15 Gehminuten unterhalb des Zwiesel-Gipfels auf dem eisigen Wanderweg ausgerutscht und auf einem Stein aufgeschlagen, wobei sie sich den Unterarm brach. Die Begleiter und eine zufĂ€llig anwesende Bergretterin der Bergwacht Teisendorf-Anger schienten den Bruch und stiegen mit der Verunfallten zunĂ€chst noch bis zur Zwieselalm ab, wobei sich der Zustand der Frau mit zunehmenden Kreislaufproblemen und Schmerzen so verschlechterte, dass an einen weiteren Abstieg bis zur Forststraße nicht mehr zu denken war und die Gruppe gegen 14.15 Uhr doch einen Notruf absetzen musste. Da die Einsatzstelle in der dichten Inversionsnebelschicht lag, konnte kein Hubschrauber zur Patientin fliegen. 13 Frauen und MĂ€nner der Bergwacht stiegen zu Fuß auf, versorgten die Verletzte notĂ€rztlich und transportierten sie dann in der Gebirgstrage ĂŒber den stellenweise eisigen Mulisteig ab.

Die gegen 14.15 Uhr alarmierten EinsatzkrĂ€fte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger fuhren ĂŒber die Fortstraße bis zum unteren Ende des Mulisteigs an und stiegen dann zu Fuß zur Alm auf, wobei ein Voraustrupp mit medizinischer AusrĂŒstung bereits nach einer guten halben Stunde bei der Patientin ankam, die schon von mehreren Ersthelfern in der beheizten Alm gut versorgt wurde. Weitere Retter rĂŒckten mit zusĂ€tzlicher AusrĂŒstung nach und begannen dann gegen 16 Uhr unter vereinten KrĂ€ften, die Frau im Luftrettungssack und mit der Gebirgstrage ĂŒber den Steig talwĂ€rts zu bringen. Der nachalarmierte Ruhpoldinger Bergwacht-Notarzt ging dem Transporttrupp entgegen und kĂŒmmerte sich unterwegs um die SchmerzbekĂ€mpfung. Die Bergwacht fuhr die Frau dann mit dem Rettungsfahrzeug zum Wanderparkplatz am Jochberg, wo sie gegen 17 Uhr eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes ĂŒbernahm und dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte. Die Bergwacht war gute drei Stunden lang gefordert.

Aktuell sind aufgrund anhaltend frostigen Witterung in Kombination mit Inversionsnebel und Sonneneinstrahlung viele Wege auch sĂŒdseitig schneebedeckt und stellenweise vereist, obwohl der Berg vom Tal aus weitgehend schneefrei wirkt. Ansonsten einfache Wanderwege werden dadurch rasch zu einer unter UmstĂ€nden schwierigen, alpinen Tour mit Sturz- und Absturz-Gefahr und sind gerade in höheren Lagen wegen des Schnees oft nur noch schwer zu finden. Touren sind dadurch anspruchsvoller, brauchen mehr Vorbereitung und Planung, dauern lĂ€nger als im Sommer und erfordern zusĂ€tzliche AusrĂŒstung wie Spikes, Grödel oder Steigeisen und vor allem Stirnlampen wegen der frĂŒhen DĂ€mmerung. Aktuell geht bereits um 16.20 Uhr die Sonne unter – am Berg verschwindet sie gelĂ€ndebedingt oft schon frĂŒher, wobei es vor allem im Wald schlagartig stockdunkel wird.


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