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26-03-2024 Weiter steigende Anforderungen & Investitionen in die Zukunft: Reichenhaller Bergwacht blickt auf einsatzreiches Jahr mit 95 Alarmierungen zurück

Bildtext: Gleich fünf Reichenhaller Bergwachtmänner freuten sich bei der Jahreshauptversammlung über eine Auszeichnung für langjährigen aktiven Dienst durch den stellvertretenden Bereitschaftsleiter Urs Strozynski (links): (von rechts) Hermann Dietzinger (über 40 Jahre); Bereitschaftsleiter Stefan Strecker (25), Christian Zelzer (25), Christian Schieder (25) und Werner Thaler (50 Jahre).







BAD REICHENHALL (mg/ml) – Die aktuell 45 ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Bad Reichenhall haben bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein anspruchsvolles Jahr mit weiter steigenden Anforderungen und 95 Alarmierungen zurückgeblickt, fünf verdiente Kameraden geehrt und von wichtigen Zukunftsinvestitionen wie ihrer neuen Photovoltaik-Anlage berichtet. Bereitschaftsleiter Stefan Strecker und sein Team waren damit wieder annähernd intensiv wie mit über 100 Einsätzen vor der Pandemie gefordert. Der Schwerpunkt sind immer noch die Sommermonate Juli bis September, wobei der Winter aufgrund der tendenziell milden Witterung die Grenzen verwischt und immer mehr aufholt: War vor 15 bis 20 Jahren von November bis März nur durchschnittlich ein Einsatz pro Monat, wird die Reichenhaller Bergwacht mittlerweile auch in der früher staden Zeit vier bis siebenmal monatlich zu teilweise sehr fordernden Rettungen alarmiert. Strecker dankte seinen Kameraden für ihr großes Engagement, wenn sie „bei jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit losziehen, um verletzten, verirrten oder blockierten Menschen zu helfen, insbesondere den 13 Einsatzleitern, die federführend die Verantwortung im Einsatz tragen - unentgeltlich, hoch motiviert und qualifiziert!“

Urs Strozynski, stellvertretender Bereitschaftsleiter, gab einen Überblick über die absolvierten Rettungen: Begonnen hatte das Einsatzjahr am 22. Januar mit einem Einsatz für einen gestürzten Skifahrer in der Abfahrt vom Predigtstuhl zur Unteren Schlegelalm und beendet wurde es mit der Rettung zweier Schwestern an Silvester an der Vorderen Abfahrt vom Predigtstuhl. „Immer zuverlässig unterstützt wurden wir dabei von unseren Kameraden aus Teisendorf-Anger und Freilassing. Hierfür auch ein herzliches Dankschön!“, lobte Strozynski.

Er zeichnet mit seiner Arbeit das ganze Jahr über maßgeblich dafür verantwortlich, dass im Einsatz alles möglichst sicher und gut abläuft: Ausbildungsleiter Michael Ziegler gab einen Einblick in die Aus- und Fortbildungen; die Masse der Ausbildungen entfällt mit 43 auf fertige Einsatzkräfte und 33 auf die Anwärter, wobei die Anwärter meistens auch die regulären Ausbildungen zusätzlich absolvieren. Dazu kommen Spezial-Fortbildungen für Luftretter (ARS -Air-Rescue-Specialist), Einsatzleiter, Canyon-Retter, Hundeführer und den Kriseninterventionsdienst (KID). Insgesamt kamen so 113 Termine zusammen, darunter Höhepunkte wie eine Sommerübung am Kugelbach und eine zweitägige Winterübung am Predigtstuhl. Ziegler: „Viel Zeit, die die Bergretter neben Hobby, Sport, Familie und Beruf investieren.“

Dass sich 2023 bei der Bergwacht an der Reichenbachstraße auch baulich was getan hat, fällt gleich auf, wenn man die Rettungswache betritt: Über dem Eingang und dem Fenster zum Einsatzraum hängt ein neues Vordach. Es dient nicht nur dem Schutz vor Regen und Schneerutsch vom Dach, sondern auch vor Hitze und Sonne im Einsatzraum. „Im Sommer konnte es darin sehr heiß werden und das Arbeiten an den Bildschirmen wurde wegen der Sonneneinstrahlung zur Qual“, berichtet Pressesprecher Marcus Goebel. Bereits im April wurde auf dem Dach eine PV-Anlage installiert und im Herbst noch ein Batteriespeicher und ein Notstrom-Aggregat. Die Reichenhaller Bergwacht ist so im Ernstfall eines Blackouts autonom und lädt alle anderen Hilfsorganisationen ein, Strom zu tanken, also die Akkus von Fahrzeugen und Geräten zu laden, um einsatzklar zu bleiben. „Ohne großzügige Unterstützung durch Privat- und Firmenspenden wäre diese große Investition in den Katastrophenschutz zum Wohl der Bevölkerung und Gäste im Landkreis nicht möglich gewesen“, freut sich Goebel.

Damit hat er nicht gerechnet: Bereitschaftsleiter Stefan Strecker wollte als bescheidener Mensch diesen Punkt bei der Jahreshauptversammlung eigentlich unbemerkt überspringen, wurde für ihn selbst überraschend aber von seinem Stellvertreter Urs Strozynski für ein Vierteljahrhundert aktiven ehrenamtlichen Dienst geehrt. Er ist Einsatzleiter, Hundeführer und Sanitäter und damit in sämtlichen Lagen universell einsetzbar. Mit Strecker haben 1999 Christian Schieder und Christian Zelzer ihre Laufbahn bei der Bergwacht begonnen. Beide sind als Einsatzleiter und ARS tätig und zusätzlich als Notfallsanitäter (Zelzer) und Canyon-Retter (Schieder) qualifiziert. Hermann Dietzinger ist seit mittlerweile 42 Jahren in der Bergwacht engagiert und hat seine Urkunde für 40-jährige Dienstzeit nachträglich überreicht bekommen. Dietzinger war bereits Einsatzleiter, Ausbildungsleiter und ist nun besonders intensiv im KID der Bergwacht engagiert. Seit einem halben Jahrhundert ist Werner Thaler aktiv: Er ist für die meisten „der Kassier“, denn sie kennen keinen anderen – so lange bekleidet er dieses Amt schon. Auch er war bereits als Einsatzleiter und später dann als Depot-Verantwortlicher tätig.

In großer Runde mit den aktiven Einsatzkräften bekundeten zahlreiche Vertreter aus Politik und Organisationen ihre Verbundenheit zur Bergwacht, darunter die Bürgermeister von Piding, Bayerisch Gmain und Schneizlreuth und Bad Reichenhalls dritter Bürgermeister Hans Hartmann, der stellvertretend für seine Kollegen und den beim Skifahren verletzten Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung das Grußwort sprach: Beeindruckt vom Leistungsspektrum und der hohen Qualifikation der Ehrenamtlichen zollte er den Bergrettern seinen besonderen Respekt. Bad Reichenhalls Polizeichef Peter Huber ging in seinem Grußwort auf die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bergwacht ein, für die er sich ausdrücklich bedankte. Last but not least trat Stadtbrandinspektor Andreas Gabriel, der zusammen mit seinem bereits gewählten Nachfolger gekommen war, ans Rednerpult: Er hob die reibungslose Zusammenarbeit von Bergwacht und Feuerwahr hervor. „Eine Reichenhaller Selbstverständlichkeit, die in anderen Städten keineswegs üblich ist. Dabei erinnerte er an das von beiden Organisationen gemeinsam umgesetzte Drehleiter-Seilzug-System, mit der problemlos Verletzte aus bis zu 170 Meter tiefen Schluchten oder auch aus Hochbehältern gerettet werden können.

 





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