Neuwahlen beim Förderverein der Bergwacht Bad Reichenhall
- Bergwacht Reichenhall
- 21. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Der Förderverein Bergrettung Bad Reichenhall hat einen neuen Vorsitzenden. Thomas Fischer wurde von den Mitgliedern in das Amt gewählt. Er löst Martin Neubauer ab, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Es war schon eine besondere Mitgliederversammlung in der Rettungswache an der Reichenbachstraße. Denn nicht nur aktuelle Informationen rund um das Rettungswesen prägten die Zusammenkunft, die emotionalen Momente beim Abschied von Martin Neubauer aus dem Vorstandsamt bleiben wohl jedem der Anwesenden in Erinnerung.
Dicht besetzt waren die Sitzgelegenheiten im Stüberl, der stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Manfred Abfalter leitete die Zusammenkunft. Der Verein hat aktuell 158 Mitglieder und 67 Bergwachtmitglieder, die keinen Beitrag zahlen. Im Laufe der Versammlung wurde deutlich, wie wichtig der Förderverein für die Bergwacht ist. Denn ein Drittel des laufenden Betriebs muss über Spenden generiert werden, bei Baumaßnahmen ist die Bergwacht zu 100 Prozent auf Spenden und Zuschüsse angewiesen. Wie Gelder Verwendung finden, darüber informierte Bereitschaftsleiter Stefan Strecker und stellte dazu die neu angeschafften Tablets vor. Durch diese modernen Kommunikationsmittel werden die Einsatzabläufe enorm erleichtert. Nicht nur jene Retter, die im Gelände unterwegs sind, sind mit einem Tablet ausgerüstet, auch jene, die in den Fahrzeugen sitzen. „So können wir immer miteinander kommunizieren, wir wissen immer alle, wo wir sind“, führte Strecker aus. Digitales Kartenmaterial steht zur Verfügung, dort sind nicht nur Infos über die Geländebeschaffenheit oder neuralgische Punkte verzeichnet sondern beispielsweise auch markante Plätze wie Forstrettungspunkte oder Landeplätze. „Die Tablets sind ein unverzichtbares Instrument für Führungskräfte um zu kommunizieren und zu dokumentieren“, fasste Strecker zusammen. Ein weiterer neuer Ausrüstungsgegenstand ist ein Defibrillator, der akkubetrieben ist. Teure Batterien können somit eingespart werden.
Herausforderung Brandschutz
Stefan Strecker informierte die Mitglieder über die Brandschutzbegehung, die in den Räumen der Rettungswache stattgefunden hat. Das Fazit: die Schutzausstattung des Personals kann nicht mehr in der bisherigen Form im Gebäude gelassen werden. Der Bereitschaftsleiter: „Das bedeutet, dass wir die Spinde herausreißen müssen und sich die Leute zu Hause in den eigenen vier Wänden für den Einsatz anziehen. Das würde aber Verzögerungen mit sich bringen.“ Die Lösung ist ein Anbau. Für die Umsetzung dieses Projekts hat sich bereits ein Gremium gebildet. „Wir haben viele Ideen. Aber egal was es wird, die billigste Variante kostet 150.000 Euro. Wir werden in den nächsten Jahren 150.000 bis 250.000 Euro in die Hand nehmen müssen. Wenn es konkrete Pläne gibt, dann werden wir euch informieren“, sagte Strecker zu den Anwesenden.
Thomas Fischer übernimmt den Vorsitz
Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte des Fördervereins Bergrettung Bad Reichenhall waren die Neuwahlen des ersten Vorsitzenden. Hermann Dietzinger leitete diesen Tagesordnungspunkt. Mit einem einhelligen Votum wurde Thomas Fischer in das Amt des ersten Vorsitzenden gewählt. Fischer ist seit 16 Jahren Mitglied der Bergwacht Bad Reichenhall, ist als Einsatzleiter tätig und in Ausbildungsthemen involviert. „Mir ist der Förderverein als Unterstützer der Bergwacht wichtig“, erklärte er seinen Grund für die Motivation, den verantwortungsvollen Posten zu übernehmen. Seit 2011 hatte Martin Neubauer den Verein geführt. Er muss das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben und macht kein Hehl aus seiner Erkrankung. Er ist von Chorea Huntington betroffen. Einer seltenen genetisch bedingten Erkrankung des zentralen Nervensystems. „Ich bin Bergwachtler mit Leib und Seele, do san meine Freund“, sagte Martin Neubauer, sichtlich gezeichnet von der Krankheit, aber dennoch voller Optimismus und Lebensmut. Er bedankte sich bei Thomas Fischer für die Übernahme des Amtes und bei den Kollegen für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit. Manfred Abfalter überreichte ein Präsent und begleitet von lang anhaltendem Applaus erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen, mit stehenden Ovationen zollten sie Martin Neubauer höchsten Respekt. Der heute 45jährige Bauingenieur hat vor fünf Jahren die Diagnose „Chorea Huntington“ erhalten. Gegenüber der Heimatzeitung erklärt er: „Ich möchte allen Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt sind und eine Behinderung haben, Mut machen. Man soll den Kopf nicht hängen lassen, egal was kommt. Happyness is on inside – das Glück kommt von innen“
Bericht mit freundlicher Überlassung von Maria Horn!



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